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Ausgabe 05 | Oktober 2017 | CHF 6.80
Vorsicht bissig!
Wenn Zahnfleisch-Bakterien
angreifen
Fibromyalgie
Das mysteriöse Weh
Grippeimpfung
Alle Jahre wieder
Contergan-Skandal
60 Jahre danach
Wir finden Ihre Traumstelle an Ihrem Wunschort. In der ganzen Schweiz.
Wir suchen Sie (m/w) als:
Pflegefachfrau/-mann HF, DNII,
DNI, FaGe – auch für OP, Anästhesie und Intensivpflege
Altenpfleger, Pflegeassistenten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten sowie
Ärzte und medizinische Fachangestellte – kostenlose und unverbindliche Beratung!
Nutzen Sie Ihre Chancen! Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Alle weiteren Infos:
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Schweizerische
Stellenvermittlung für
Gesundheitsberufe
Gesundheitsberufe
Danya Care GmbH, Badenerstrasse 621, 8048 Zürich,
Telefon: +41 (0)44 401 04 07, Mobil: +41 (0)76 393 48 48
Alle Vermittlungsdienste
kostenlos – staatlich
und kantonal anerkannt
Danya Care
Danya Care
Danya Care
Impressum
Editorial
Chefredaktion
Peter Empl
Herausgeber
Naeim Said
Autoren dieser Ausgabe
Peter Empl
Doreen Fiedler
Daphne Hafner
Christoph Held
Stephan Inderbizin
Constanze Löffler
Barbara Sommer
Jara Uhricek
Beat Wagner
Nadja Wolf
Art Direction
Pomcanys Marketing AG,
pomcanys.ch
Korrektorat
Birgit Kawohl
Agenturen
DPA, SDA, Keystone, Fotolia, Shut-
terstock. Alle Texte und alle Bilder
mit Genehmigung der Urheber.
Web
www.altavistamagazin.ch
redaktion@altavistamagazin.ch
Administration
Telefon 044 709 09 06
Anzeigen
Tina Bickel, Verlagsleiterin
Telefon 044 496 10 22
tina.bickel@pomcanys.ch
anzeigen@altavistamagazin.ch
Nächste Ausgabe
4. November 2017
Druckauflage
25 000 Ex.
AltaVista ist in der Schweiz als Marke eingetragen.
ISSN: 2504-3358
www.altavistamagazin.ch
Naeim Said
Herausgeber
Peter Empl
Chefredaktor
4
TITELTHEMA
BISSIGE BAKTERIEN
BISSIGE BAKTERIEN
8
AKTUELL
GRIPPEIMPFUNG
GRIPPEIMPFUNG
11
KOLUMNE
DR. CHRISTOPH HELD
DR. CHRISTOPH HELD
12
CONTERGAN
60 JAHRE DANACH
60 JAHRE DANACH
15
FORSCHUNG
PLACEBO VERSUS MEDIKAMENT
PLACEBO VERSUS MEDIKAMENT
16
BÜRO & ADMINISTRATION
DAS BACKOFFICE DER PFLEGE
DAS BACKOFFICE DER PFLEGE
18
FOKUS
FIBROMYALGIE
FIBROMYALGIE
21
MEDIZIN
MEDIKAMENTENABGABE
MEDIKAMENTENABGABE
22
NEWS
GESEHEN & GEHÖRT
GESEHEN & GEHÖRT
24
THEMA
EKEL UND AGGRESSION
EKEL UND AGGRESSION
26
FORSCHUNG
UNTERZUCKERUNG
UNTERZUCKERUNG
27
STATISTIK
COPD UND ASTHMA
COPD UND ASTHMA
28
FORSCHUNG
GÄHNEN FÜR DIE
GÄHNEN FÜR DIE
WISSENSCHAFT
WISSENSCHAFT
30
INFO
NATIONAL & INTERNATIONAL
NATIONAL & INTERNATIONAL
32
ERNÄHRUNG
MUSKELAUFBAU
MUSKELAUFBAU
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Pflegefachfrau/-mann HF, DNII,
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Danya Care GmbH, Badenerstrasse 621, 8048 Zürich,
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kostenlos – staatlich
und kantonal anerkannt
Danya Care
Danya Care
Danya Care
W
enn behauptet wird, dass
eine Substanz keine Ne-
benwirkung zeigt, so be-
steht der dringende Ver-
dacht, dass sie auch keine Haupt-
wirkung hat. (Gustav Kuschinsky,
deutscher Pharmakologe, 1904 1992.)
Das Bonmot gilt nicht nur, aber vor
allem für die Pharmakologie. Der be-
kannteste Fall in Sachen «Nebenwir-
kungen» dürfte der «Contergan»-
Skandal sein. Das Beruhigungs- und
Schlafmittel enthielt den Wirkstoff
Thalidomid, der bei Ungeborenen
schwere Schäden verursachte. Vor
60Jahren gefeiert, heute gefürchtet.
Denn Wundermittel gibt es schlicht
nicht. Besonders traurig: Contergan
hatte vor nicht allzu langer Zeit ein
stilles Comeback in Afrika. Mit den
bekannten Folgen.
Bissige Bakterien – unsere Titelge-
schichte – stellt spannende und neue
Aspekte rund um unsere Bakterien
im Mund vor. Denn wenn das natürli-
che Gleichgewicht der Mundflora
aus den Fugen gerät, kann das fatale
Folgen haben.
Wir wünschen informative und span-
nende Lektüre!
Herzlich
Naeim Said, Herausgeber &
Peter Empl, Chefredaktor
INHALT
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
3
Bakterien greifen an
Keime im Zahnfleisch können einem Dominoeffekt gleich im ganzen Körper
Erkrankungen auslösen. Ärzte warnen vor Rheuma und Frühgeburten.
CONSTANZE LÖFFLER
E
ismann Ötzi war ein Risikopati-
ent: die Cholesterinwerte zu
hoch, die Bauchschlagader ver-
kalkt. Und er litt unter einem
entzündeten Zahnbett. Zusam-
men ergibt das eine explosive Mischung.
«Patienten mit einem entzündeten Zahnbett
haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreis-
lauf-Erkrankungen und damit für einen
Herzinfark», erklärt Anton Sculean, Di-
rektor der Klinik für Parodontologie der
Universität Bern und Präsident der Schwei-
ze rischen Gesellschaft für Parodontologie
(SSP). Die Entzündung heizt das Immun-
system an. Keime aus der Blutbahn haften
an den Gefässwänden und fördern über Bo-
tenstoffe die Bildung von Blutgerinnseln.
«Alles zusammen begünstigt den Gefäss-
verschluss», so Sculean.
Eine Zahnbettentzündung, von den
Fachleuten als Parodontitis bezeichnet, gilt
schon länger als Infarktrisiko. Mittlerweile
deutet einiges darauf hin, dass die Keime im
Mund weitaus mehr Schaden anrichten kön-
nen. Forscher bringen Diabetes, Frühgebur-
ten und Krankheiten wie Alzheimer, Krebs
und Impotenz damit in Verbindung. «Die
Entzündung löst diese Erkrankungen nicht
direkt aus, sondern begünstigt sie als Risi-
kofaktor, ähnlich wie Rauchen oder Überge-
wicht», erklärt Sculean. Erst das Zusam-
mentreffen mehrerer Puzzlesteine summiere
sich zur Erkrankung. Eine konsequente Be-
kämpfung der Mundkeime ist daher nicht
nur wichtig, um die eigenen Zähne mög-
lichst lange zu erhalten. Sie hilft auch, den
restlichen Körper gesund zu halten.
Jedes Mal spült es Millionen
Bakterien in die Blutbahn
Das Beispiel Ötzi zeigt, dass die Parodonti-
tis keine Erscheinung der Neuzeit ist. «Die
Erkrankung begleitet uns Menschen von
jeher. Es gab sie schon bei den alten Ägyp-
tern und eben in der Jungsteinzeit», sagt
Roger Seiler vom Zentrum für Evolutionä-
re Medizin in Zürich. Der Zahnarzt wertete
vor zwei Jahren computertomografi sche
Daten von Ötzis Gebiss aus. «Besonders
im Bereich der Backenzähne war bei Ötzi
ein fortgeschrittener Verlust des Stützge-
webes nachzuweisen.»
Heute leidet mindestens jeder fünfte
Schweizer unter einer chronischen Zahn-
bettentzündung. Mit der richtigen Vorsorge
und konsequenter Behandlung könnten
auch diese Menschen von den folgen-
schweren Keimattacken verschont bleiben.
Zwar sorgt das Recall-System der Zahnarzt-
praxen hierzulande für überdurchschnit
t-
lich gesunde Zähne im Vergleich zum rest-
lichen Europa. «Doch noch immer werden
nicht alle Fälle rechtzeitig erkannt oder
nicht richtig behandelt», so Sculean.
In den USA geht man bereits einen
Schritt weiter: Krankenversicherer Ätna
beispielsweise bietet Schwangeren und Ri-
sikopatienten mit Diabetes, Schlaganfall
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein Ex-
tra-Leistungspaket für die Zähne an. Denn
zahnsanierte Risikopatienten, das zeigen
die Daten, kosten die Versicherung weniger
als unbehandelte.
Zwischen Zahn und Zahnbett gibt es
eine Lücke. Darüber dringen die Erreger
auch bei Gesunden aus dem Mund ins Kör-
perinnere. Jedes Mal kauen, Zähneputzen,
das Benutzen von Zahnseide oder einem
Zahnstocher spült Millionen Bakterien in
die Blutbahn. Im Falle einer Parodontitis
bildet die entzündete Schleimhaut in den
Zahnfl eischtaschen eine offene Wunde so
gross wie ein Handteller, so dass diese
Menge tausendfach erhöht ist. «Wir fi nden
Parodontalkeime, wo sie nicht hingehören:
in Herzklappen, in der Gelenkschmiere, in
den Wänden verengter Gefässe und im
Mutterkuchen schwangerer Frauen», so
Sculean. Dort bilden sie Giftstoffe und sta-
cheln das Immunsystem auf.
TITELTHEMA BISSIGE BAKTERIEN OKTOBER 2017 ALTA VISTA 5
XXX XXX Juni
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PARODONTITIS:
SO ENTSTEHT SIE
Die Entzündung nimmt ihren Ausgang
beim ungenügenden Zähneputzen.
Zahnbelag aus Speichel und Nahrungs-
resten lagert sich auf der Zahn-
ober
fläche ab. Bakterien siedeln sich
an. Die Bakterien scheiden Säuren
undGifte ab, das Zahnfleisch entzün-
detsich. Zahnfleischbluten und tiefe
Taschen sind die Folge.
PARODONTITIS:
SO WIRD SIE ERKANNT
Die Parodontitis entwickelt sich oft
unbemerkt, da sie keine Schmer-
zenverursacht. Erste Anzeichen sind
Zahnfleischbluten und Mundgeruch.
Nach und nach bildet sich das Zahn-
fleisch zurück, die Zähne lockern
sich.Für die Diagnose prüft derZahn-
arzt mit Hilfe einer Sonde, wie weit
das Zahnfleisch abgelöst ist undwie
schnell es blutet.
PARODONTITIS:
SO WIRD SIE BEHANDELT
Parodontologe oder Zahnhygieniker
schabenBakterien und Beläge
ausdenZahnfleischtaschenundent-
fernenden Zahnstein mit Spachtel
oder Ultraschall. Wurzelränderund
Kronen kränze werden geglättet
undüber stehendes Zahnfleischent-
fernt. Anschliessend werden Zähne
und Zahnfleisch mit einer antibiotischen
Lösung gespült.
Studie mit knapp 50 000 Teilnehmern litten
Parodontitis-Patienten zudem häufi ger un-
ter Krebserkrankungen der Lungen, der
Bauchspeicheldrüse und der Nieren. Wie
das genau zusammenhängt, ist aber noch
unklar.
Eismann Ötzi wusste von diesen Ge-
fahren nichts. Er starb vor 5300 Jahren
nach einem Schlag auf den Kopf nicht an,
sondern mit seiner Zahnbettentzündung.
Grippeimpfung:
Ja oder nein?
Alle Jahre wieder steht die Grippeimpfung an. Und jedes Mal stellt sich für viele die
Frage, ob eine Impfung überhaupt Sinn macht. Eine Momentaufnahme des aktuellen
Status quo.
PETER EMPL
8
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
AKTUELL
GRIPPEIMPFUNG
XXX XXX Juni
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Aus der Praxis für die Praxis:
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Wollen Sie den hektischen Berufsalltag gelassener nehmen, abschalten, wesentliche Dinge
effizienter angehen und mit mehr Lebensfreude durchs Leben schreiten?
Die Burnout-Präventionstage helfen Menschen in Gesundheitsberufen, ihr körperliches
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so die BAG-Webseite. Durch die Grip-
peimpfung wird das Immunsystem mit dem
Erreger bekannt gemacht, noch bevor es zu
einer Infektion gekommen ist. Der Impf-
stoff enthält nicht lebendige Be standteile
des Erregers (man spricht von einem soge-
nannten B/Phuket/3073/2013n Totimpf-
stoff), die eine Immunreaktion auslösen. Es
bilden sich sogenannte Gedächtniszellen,
die bei Kontakt mit dem echten Grippeer-
reger sehr schnell Antikörper bilden und
das Virus eliminieren, noch bevor es sich
ausbreiten kann. Die Impfstoffe enthalten
ausbreiten kann. Die Impfstoffe enthalten
inaktivierte Virenbestandteile der yp-A-Vi-
inaktivierte Virenbestandteile der yp-A-Vi-
ren H1N1 und H3N2 und des Typ B, Was-
ren H1N1 und H3N2 und des Typ B, Was-
ser, Hilfs stoffe zur Konservierung und
ser, Hilfs stoffe zur Konservierung und
Stabilisierung
sowie geringe Restspuren
sowie geringe Restspuren
von Hühnerei-Protei
nen oder Amino-
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glykosid-Antibio
tika. Alle in der
tika. Alle in der
Schweiz
zugelassenen Grippeimpfstoffe sind inakti-
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viert und enthalten keine Quecksilber- und
viert und enthalten keine Quecksilber- und
Aluminiumverbindungen.
Natürlich gibt es auch kritische Mei-
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nungen zum Impfschutz. Das deutsche
nungen zum Impfschutz. Das deutsche
Webportal «Zentrum für Gesund-
Webportal «Zentrum für Gesund-
heit» beispielsweise zitiert
heit» beispielsweise zitiert
eine Studie aus den USA:
eine Studie aus den USA:
«Eine Studie der Uni-
«Eine Studie der Uni-
versity of Minnesota
versity of Minnesota
(UM) deutet (nun)
(UM) deutet (nun)
nämlich darauf
nämlich darauf
hin, dass die Grip-
hin, dass die Grip-
peimpfung für die genannten Risikogrup-
pen gar keinen Nutzen mit sich bringt»,
schreibt das Portal, welches sich im
deutschsprachigen Sprachraum grösster
Beliebtheit erfreut. Allerdings verweist der
Link auf der Webseite des «Zentrum für
Gesundheit» lediglich auf die Uni in Min-
nesota und nicht auf die Studie an sich. Da-
her ist eine Überprüfung dieser Aussage
schwierig.
Reisende interessieren sich für
Impfungen
Immerhin: Erstmals seit der Erhebung des
«Virusbarometers der Schweiz» zeigte sich
in der letztjährigen Umfrage, dass Men-
schen, die häufi g reisen, dem persönlichen
Impfschutz erhöhte Bedeutung zumessen.
Entsprechend können sich die Befragten
auch gut vorstellen, beim Buchen von Rei-
sen Impfempfehlungen zu erhalten und
sich so auch gerade – je nach Saison – ge-
gen Grippe impfen zu lassen.
«Eine Studie der University of Minnesota (UM) deutet
(nun) nämlich darauf hin, dass die Grippeimpfung für
die genannten Risikogruppen gar keinen Nutzen mit
sich bringt.»
Wirkung wird jedes Jahr in
Frage gestellt
Um seinem Immunsystem genügend Zeit
zu geben, noch vor dem Ausbruch der
Grippeepidemie ausreichend Abwehrkräfte
aufzubauen, sollte die Impfung möglichst
zwischen Mitte Oktober und Mitte Novem-
ber erfolgen. Es dauert ein bis zwei
Wochen, bis ein optimaler Grad erreicht
ist. Dieser halte in der Regel mindestens
vier bis sechs Monate an, schreibt das
Bundesamt für Gesundheitswesen auf der
Info-Webseite «Impfen gegen Grippe»
(www.impfengegengrippe.ch). Der Grip-
peimpfstoff besteht aus Fragmenten von
Infl uenzaviren von drei bzw. vier verschie-
denen Grippevirenstämmen. Da sich die
Grippeviren verändern, werde der Impf-
stoff für den Herbst jeweils gemäss den ak-
tuellen Empfehlungen der WHO angepasst,
Die Adressen der Impfpraxen sindun-
ter www.kollegium.ch abrufbar, der
nationale Grippeimpftag ist dieses Jahr
am 3. November. Die Impfung kostet
bei den teilnehmenden Praxen undApo-
theken (nicht in allen Kantonen
glich) 30 Franken. Das Angebot ist
«niederschwellig», daher kann man
sich ohne Voranmeldung impfen
lassen. Ausserdem ist natürlichjeder-
zeit beim Haus-, Kinder- und/oder
Frauenarzt eine Impfung möglich.
10
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
AKTUELL
GRIPPEIMPFUNG
Jahre, die in die
Pflegezentren gingen
KOLUMNE
DR. CHRISTOPH HELD
Dr. Christoph Held,
arbeitet als Heim arzt und Gerontopsychi-
ater beim Geriatrischen Dienst der Stadt Zürich sowie im
Alterszentrum Doldertal. Lehrbeauftragter der Universität
Zürich sowie Dozent an den Fachhochschulen Bern, Careum
Aarau und ZAH Winter thur sowie an der Universität Basel.
Bücher
«Das demenzgerechte Heim» (Karger, 2003), «Wird
heute ein guter Tag sein? Erzählungen» (Zytglogge, 2010),
«Accueillir la demence» (Médecine et Hygiène, 2010), «Was
ist gute Demenzpflege?» (Huber, 2013). Im Herbst 2017
erscheint «Bewohner» Erzählungen Dörlemannverlag
Dr. Christoph Held wird künftig an dieser Stelle regelmässig
über seine Erfahrungen im Umgang mit Demenz berichten.
Kontakt
christoph.held@bluewin.ch
V
isiten, die ich nie vergessen werde, habe ich in Ländern
des ehemaligen Jugoslawien gemacht. Gebrechliche,
verwirrte und traurige Menschen kümmerten vor sich
hin – während es in der Schweiz schon lange Memory
Kliniken, aufsuchende Demenzabklärungen, Tagesstät-
ten und Alters- und Pfl egeheime gab.
Viele Pfl egende fl ohen wegen des Balkankriegs zu uns. Da-
mals waren sie zu dem Schluss gekommen, dass ihre durch den
Krieg enttäuschten berufl ichen Hoffnungen nicht das Einzige wa-
ren, was zählte, sondern die Frage, ob sie und ihre Familien überle-
ben würden.
Als es ihnen hier besser ging, dachten sie an die zurückgelas-
senen Eltern. «Warum diene ich hier den gebrechlichen Schwei-
zern, die ein mehr oder weniger normales Leben hinter sich haben
und ärgere mich über ihre Angehörigen, die mir telefonieren:
‹Wür-
den Sie bitte Vater ausrichten, dass wir unmöglich zur 1. Au-
gust-Feier kommen können. Gott sei Dank sind Sie sind bei der
Feier dabei – er kennt Sie ja fast besser als uns.›
» Andererseits
mochten sie die Schweizer Bewohner und diese hatten sie auch
gern. «Wenigsten die merken, was ich für eine Arbeit leiste, die ich
ohne unseren Scheisskrieg da unten nie gemacht hätte», sagten mir
die Pfl egenden in Momenten, die ihnen manchmal bitter erschienen.
Sie bildeten sich weiter und arbeiteten sich in den Pfl ege-
zentren hoch, deren millionenteure Renovationen sie miterlebten –
mit Panoramafenstern und Sinnesgärten. Jüngere Vorgesetzte
setzten ihnen neue Erfassungsinstrumente, neue Führungsinstru-
mente, neue Dokumentationssysteme, neue Qualifi kationen, neue
Gesprächsführungen, neue Kompetenzrichtlinien vor. Manchmal
mit Bewährungsfristen.
In ihrer Heimat waren die Eltern schwer erkrankt oder gestor-
ben. Die Pfl egenden, die nach einer Woche vom Begräbnis in ihren
Ländern in unser Pfl egezentrum zurückkehrten, trugen Zeichen der
Trauer bei der Arbeit.
Den inzwischen erwachsenen Kindern, die sie hier aufgezo-
gen, gefördert, integriert hatten, boten sich an den Schulen und
Universitäten nun alle jene berufl ichen Möglichkeiten, welche den
Pfl egenden durch den Krieg verwehrt geblieben waren. Sie freuten
sich über die Erfolge ihrer Kinder.
Hunderte von Bewohnern hatten sie inzwischen gepfl egt und
sterben sehen. Eine gewisse Erschöpfung machte sich bemerkbar,
gelegentlich kleine administrative Fehlleistungen, zwischendurch
undiplomatische Äusserungen gegenüber einer Vorgesetzten.
Wünschen sie sich etwas für ihre angebrochene letzte beruf-
liche Dekade? Po! a! Da! Anerkennung und Wertschätzung für
Kontinuität, für empirische Erfahrung, für Kunst in der Pfl ege.
KOLUMNE
DR. CHRISTOPH HELD
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
11
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Burnout-Präventions-Tag
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60 Jahre Contergan –
Für die Opfer ist es
nicht vorbei
Mit Contergan begann einer der grössten Medikamenten-Skandale der Nachkriegs-
geschichte. 60 Jahre danach warten viele Opfer immer noch auf eine Entschuldigung.
PETER EMPL UND ELKE SILBERER
A
m 15. November 1961 griff
der Hamburger Kinderarzt
Widukind Lenz zum Telefon-
hörer und rief bei der Firma
Grünenthal an. Er riskierte da-
mit seine Karriere, doch ein Verdacht liess
ihm keine Ruhe. Er vermutete, dass Con-
tergan für Missbildungen bei Neugebore-
nen verantwortlich war.
Die Pharmafi rma war zwar bereit, ei-
nen Warnhinweis in die Gebrauchsanlei-
tung zu schreiben, doch erst als die Presse
den Verdacht publik machte, zog sie das
Medikament Ende November vom Markt
zurück. Danach wurde nach und nach das
ganze Ausmass der Katastrophe sichtbar:
10 000 bis 12 000 schwerbehinderte Kin-
der: Kinder ohne Beine, ohne Arme, blinde
Kinder, taube Kinder, Kinder mit verküm-
merten Gliedmassen oder mit geschädigten
inneren Organen: Contergan-Kinder. Dann
passierte viele Jahre nichts mehr, die Opfer
wurden alleine gelassen, niemand fühlte
sich verantwortlich und schon gar nicht der
deutsche Hersteller Grünenthal.
12
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
CONTERGAN
60 JAHRE DANACH
In der Schweizer Illustrierte vom
5.November 1962 wird die tragische
Geschichte der Familie Put im Detail
ausgebreitet. Die Mutter hatte wäh-
rend der Schwangerschaft Contergan
eingenommen, das Neu geborene
kam in der Folge ohne Arme zur Welt.
Bereits direkt nach der Geburt
versuchte die Mutter, ihr Kind zu töten,
doch der leitende Arzt konnte es
verhindern. Die Familie wollte aber
nicht mit der Behinderung des Babys
leben und vergiftete dieses nur wenige
Stunden später erneut in einem
zweiten Anlauf. Erstaunlich ist bei
der Berichterstattung, wie wenig der
Hersteller von Contergan selbst im
Fokus steht.
Quellen: Contergan-infoportal.de / Ringier Archiv
1962
In Deutschland war es rezeptfrei erhältlich
und wurde millionenfach verkauft. Die
meisten Contergan-Kinder kamen denn
auch in Deutschland zur Welt, in der
Schweiz herrschte Rezeptpfl icht für «Sof-
tenon» und etwas grössere Zurückhaltung,
dennoch kam es auch bei uns zu Opfern,
man geht von einem niedrigen zweistelli-
gen Bereich aus. Detaillierte Zahlen exis-
tieren keine.
Unberechenbare Spätfolgen
Von den laut Bundesverband Contergange-
schädigter ungefähr 5000 Kindern, die da-
mals in Deutschland mit schweren Missbil-
dungen vor allem an Armen und Beinen
zur Welt kamen, leben heute noch etwa
2400. Jetzt, im fortgeschrittenen Alter,
stellt sich ihnen eine ganz neue Frage:
Wurden durch den Wirkstoff vor der Ge-
burt auch Gefässe geschädigt? «Es gab ei-
nen Fall, bei dem ein Herzkatheter gelegt
werden sollte, wo die Ärzte nicht zum Her-
zen gekommen sind, weil die Blutbahnen
anders lagen», nennt Löwenhauser ein Bei-
spiel, das diesen Verdacht nährt.
Bei einem anderen Contergan-Opfer
seien gleich zwei Anomalien an den Gefäs-
sen aufgetaucht: Blutgefässe waren dem-
nach an einer Stelle, wo sie der Operateur
nie vermuten würde. «Das hätte gefährlich
werden können», sagt der Verbandsvorsit-
zende. Schon die Heidelberger Universität
ging 2012 in ihrer Studie zur Situation
Contergangeschädigter von Schäden auch
Contergangeschädigter von Schäden auch
an Gefässen aus. Dies muss aller-
an Gefässen aus. Dies muss aller-
dings erst noch in ei-
ner Vergleichsstudie wissenschaftlich be-
wiesen werden. Die Conterganstiftung
bereitet nach eigenen Angaben eine solche
Studie mit einem Expertengremium vor.
«Um wissenschaftliche Ergebnisse zu be-
kommen, brauchen wir mindestens zwi-
schen 450 und 500 Betroffene», sagt Mar-
git Hudelmaier vom Stiftungsvorstand.
Parallel dazu müsse eine Gruppe ohne
Contergan-Schäden untersucht werden.
Zuallererst aber gehe es um die Betroffe-
nen selbst, betont Löwenhauser: «Es ist
wichtig, dass die Risikofälle wirklich wis-
sen, was mit ihnen los ist, und dass das in
einem Notfall-Ausweis vermerkt werden
kann.»
Fluch und Segen der Medizin
Während in Deutschland vor 60 Jahren der
Prozess gegen die Herstellerfi rma Grünen-
thal vorbereitet wurde, machte ein Arzt in
Israel eine Entdeckung. Er gab einer Le-
pra-Patientin zur Beruhigung Contergan.
Irgendwo hatte er noch Restbestände. Zu
seinem Erstaunen stellte er fest, dass ge-
wisse Symptome, die häufi g als Komplika-
tion bei Lepra auftreten, zurückgingen.
Contergan beziehungsweise sein Wirk-
stoff Thalidomid startete eine zweite Karri-
ere. Das Medikament wurde unter strengen
Aufl agen verteilt, doch in den von Lepra
besonders betroffenen Ländern waren diese
schwierig zu kontrollie-
ren. Lange Distanzen zur Abgabestelle,
Weitergabe an Bekannte, Analphabetismus
erschwerten die Medikamentierung. Und
tragischerweise verwechselten manche
Frauen den Warnhinweis, eine durchgestri-
chene schwangere Frau, und hielten es für
ein Verhütungsmittel. Es gab wieder Con-
tergan-Kinder.
14
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
CONTERGAN
60 JAHRE DANACH
Uni Basel: Placebos
wirken auch ohne
Täuschung der Patienten
Placebos können helfen, auch wenn der Patient weiss, dass er nur ein Scheinmedika-
ment einnimmt. Voraussetzung sind allerdings ausführliche Erläuterungen über den
Placebo-Effekt.
SDA / STEPHAN INDERBIZIN
H
erausgefunden haben dies For-
schende von der Fakultät für
Psychologie der Universität
Basel um Cosima Locher. Zu-
sammen mit Kollegen der Har-
vard Medical School in Boston USA haben
sie in einer experimentellen Studie mit 160
gesunden Probanden erstmals die offene
Placebo-Vergabe mit einer getäuschten ver-
glichen, wie die Uni Basel mitteilte.
Experiment mit drei Patienten-
gruppen
Im Experiment wurde ein Unterarm der Stu-
dienteilnehmer so lange erhitzt, bis sie es
nicht mehr aushielten. Gegen die Schmer-
zen wurde ihnen danach eine Creme verab-
reicht. Ein Teil der Probanden wurde dabei
getäuscht: ihnen wurde angegeben, dass die
Schmerzcreme den Wirkstoff Lidocain ent-
halte.
Die Creme einer zweiten Probanden-
gruppe war deutlich mit «Placebo» be-
schriftet. Diese Gruppe wurde während ei-
ner Viertelstunde über den Placebo-Effekt
informiert und darüber aufgeklärt, wie er
zustande kommt und wie er wirkt. Die drit-
te Gruppe schliesslich erhielt ebenfalls eine
als solche deklarierte Placebo-Creme, dies
aber ohne weitere Erläuterungen.
Nach dem Experiment berichteten die Pro-
banden der beiden ersten Gruppen von ei-
ner signifi kanten Abnahme der Schmerzin-
tensität und -unannehmlichkeit, wie es in
der Mitteilung heisst. Bei der dritten Grup-
pe dagegen, die ein Placebo ohne Erläute-
rungen erhalten hatte, zeigte die Schmerz-
creme kaum Wirkung.
Eine weitere vielversprechende Studie
diesbezüglich wurde vor einigen Monaten
veröffentlicht, im damaligen Fall aber mit
Migränepatientinnen und -patienten. Diese
bekamen bei einer Migräneattacke entwe-
der ein starkes Migränemedikament oder
eine Placebo-Pille. Angeschrieben war das
Placebo auch in diesem Fall ganz offen als
Placebo, in der anderen Gruppe aber als
Medikament getarnt, konsequenterweise
war auch hier dann das echte Medikament
mal richtig, mal als Placebo deklariert. Re-
sultat: «Die Beschriftung der Pille wirkte
fast so stark, wie der Wirkstoff selbst», er-
klärt John Kelley, Mitautor der Studie und
Psychologe an der Harvard Medical School.
Sprich: Am besten nützte zwar das echte
Medikament, das auch als solches deklariert
war. Doch ein echtes Medikament, von dem
die Patientinnen und Patienten glaubten, es
sei ein Placebo, wirkte nicht besser als ein
Placebo, das als Medikament deklariert war.
Das heisst: Was auf einem Medikament steht,
scheint eminent wichtig zu sein. Doch auch
ein Placebo, auf dem schwarz auf weiss «Pla-
cebo» steht, wirkt – und zwar stark: Ein offen
deklariertes Placebo dämpfte die Migräne-
schmerzen in etwa dem Mass, wie sie ohne
Behandlung stärker wurden.
Das körpereigene Schmerz-
abwehrsystem aktivieren
Die Forschenden folgern aus ihrem Experi-
ment, dass Placebos auch wirken, wenn sie
– verbunden mit Erläuterungen – offen ab-
gegeben werden. Die offene Abgabe von
Scheinmedikamenten biete damit neue
Möglichkeiten, den Placebo-Effekt auf
ethisch vertretbare Weise ohne Täuschung
der Patientinnen und Patienten zu nutzen,
geht aus der Studie hervor, die im Fach-
journal «Pain» veröffentlicht wurde.
Warum ein offenes Placebo wirkt,
können die Studien nicht erklären. Doch
auch andere Forschungsgruppen haben ge-
zeigt, dass die Erwartungshaltung eines
Patienten das körpereigene Schmerzab-
wehrsystem aktivieren kann – und zwar
auch unbewusst. Offensichtlich war in der
Migräne-Studie die Erwartungshaltung stark
genug, damit auch eine Pille wirkte, die
offen als Placebo deklariert worden war.
FORSCHUNG
PLACEBO VERSUS MEDIKAMENT
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
15
Büroarbeit und
Adminis tration:
Ganz unspektakulär
spektakulär
Damit ein Betrieb – egal in welchem Sektor – funktioniert, braucht es starke
Menschen. An der Front und in der Administration.
BARBARA SOMMER
16
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
BÜRO & ADMINISTRATION
DAS BACKOFFICE DER PFLEGE
L
andläufi g herrscht leider noch im-
mer die Meinung, ein Bürojob sei
eher eintönig. Da werde vor dem
Computer gesessen, Auswertun-
gen und Zahlenkolonnen gewälzt,
Rechnungen getippt und sowieso die Hälfte
der Zeit in Sitzungszimmern abgesessen.
Kurz gesagt – ein Schoggi-Job, bei wel-
chem eine ruhige Kugel geschoben werden
kann.
Mag sein, dass es solche Arbeits plätze
gibt. Im Allgemeinen wird die Büroarbeit
jedoch unterschätzt, ganz im Besonderen
die Administration in einem Heim. Redet
man über die Arbeit in einem Heim wird
automatisch an die Pfl ege gedacht, welche
aufopferungsvoll die Bewohnerinnen und
Bewohner betreut und pfl egt. Nehmen wir
das Bei spiel eines Altersheimes. Ja, dort
sitzt die Admi nistration in bequemen Bü-
ros, doch zeigt sich der Alltag alles andere
als langweilig und die tägliche Routine
nimmt kaum je überhand.
Oftmals steht die Bürotüre weit offen,
was die Bewohner einlädt jederzeit einzu-
treten und ein Schwätzchen zu halten. Oder
sie benötigen mit der Post in der Hand Un-
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hen – manchmal aggressiv, manchmal
depressiv. Ein Grund, weshalb die Schu-
lung zu den Themen Demenz, Depression
und Aggression auch für Nicht-Pfl egemit-
arbeiter so wichtig ist.
Überhaupt, die Zusammenarbeit mit
allen Bereichen im Heim ist sehr wichtig.
Jeder Mitarbeitende leistet einen wichtigen
Beitrag, alle haben direkt mit den Bewoh-
nern zu tun. Schön, wenn auch die Beob-
achtungen der Administration ernst genom-
men und auftauchende Fragen von der
Pfl ege beantwortet werden. Es gibt auch
Situationen, in denen Mitarbeitern der Ad-
ministration Dinge auffallen, welche die
Pfl egemitarbeiter nicht bemerken. Umge-
kehrt funktioniert es genauso: Mitarbeiter
aus der Reinigung oder der Pfl ege weisen
darauf hin, dass sich ein Bewohner Sorgen
bezüglich seiner Heimrechnung macht und
so weiter.
Altersmens statt Altersdemenz
Über all dies sind die zahlreichen adminis-
trativen Arbeiten nicht zu vergessen – die
eigentliche Kernaufgabe im Büro. Diese
sind vielfältig und zwischendurch her-
ausfordernd, sie werden zahlreicher und
komplexer. So geht beispielsweise die
mona tliche Rechnungsstellung häufi g mi
t
bereichsübergreifendem Nach- oder Hin-
terfragen einher, das manchmal einem De-
tektiv auf Spurensuche gleicht. Flexibilität,
Klarheit und Empathie sind gefragt.
Und letztendlich gibt es noch die vie-
len Anekdoten, welche den Alltag versüs-
sen. Kuriose, komische und unterhaltsame
Geschichten, die buchstäblich das Leben
schreibt – ein Roman könnte mit solchen
Geschichten gefüllt werden: Eine Angehö-
rige, die befürchtet, ihre Mutter leide an
«Altersmens», anstelle von Demenz. Die
respektvollen und lustigen Gespräche zwi-
schen zwei an Demenz erkrankten Be-
wohnern. Die Situationskomik, die sich
immer wieder ergibt und hilft, mit einem
Lächeln durch die manchmal anstrengen-
den und intensiven Tage zu kommen.
Ganz unabhängig davon, wo gearbeitet
wird: ob in der Reinigung, der Pfl ege, der
Hotellerie oder eben in der Administrati-
on. Dort, wo viele denken, dass es lang-
weilig wäre.
terstützung. Das Telefon funktioniert nicht?
Die Balkontüre klemmt? Schlüssel, Brille,
Rechnungen, Geld, Hörgerät oder die drit-
ten Zähne verlegt? Oftmals ist das Büro die
erste Anlaufstelle für solche oder ähnliche
Anliegen.
Fingerspitzengefühl und viel
Herz
Und dabei entstehen Gespräche. Nicht sel-
ten geht es dabei um die Ängste und Hoff-
nungen. Vielleicht wird der Wunsch geäus-
sert zu sterben, einfach weil es nun «genug
Leben auf dieser Erde» war. Solche tiefen
Gespräche sind ein Privileg – egal als was
und wo man arbeitet. Sie ermöglichen, für
einen Moment in das Innerste eines Men-
schen zu blicken. Und oftmals, gerade
wenn kein pfl egerischer Auftrag vorhanden
ist, ist es für die älteren Menschen einfa-
cher, gewisse Dinge auszusprechen.
Immer wieder ist Fingerspitzengefühl
gefordert. Beispielsweise bei einem Todes-
fall, wenn Angehörige mit vielen Fragen
im Büro stehen. Oder wenn Bewohnerin-
nen und Bewohner frustriert über ihre eige-
ne Situation ihrem Gefühl Ausdruck verlei-
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2017 ALTA ViSTA 35
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hatte ihr junges Leben lange
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gehörte die 27-Jährige zu den
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Besten. Die Matura absolvierte
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sie mit einem Notenschnitt von 5,5. Die
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Praktika bei den Verkehrsbetrieben, einem
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Pharmaunternehmen und in einer Apothe-
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ke festigten ihr Vorhaben, Pharmazeutin zu
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werden. Auf ihren Körper war stets Ver-
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lass, selbst wenn sie als Kind manchmal
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Schmerzen hatte, die sie nicht zu deuten
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wusste. Die schlanke Berlinerin schwamm,
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turnte oder tanzte über Jahre im Verein.
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Im Jahr 2012 trat der Schmerz in
Im Jahr 2012 trat der Schmerz in
Becks Leben – und blieb. «Er kam wie aus
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dem Nichts», erinnert sie sich. «Egal ob
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ich sitze, liege oder mich bewege,
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immer spüre ich etwas Dumpfes,
immer spüre ich etwas Dumpfes,
Geschwollenes im Bein, Ellen-
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bogen oder Fussgelenk.» Kein
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Arzt kann ihr erklären, woher
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die mysteriöse Pein kommt
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oder wann sie wieder ver-
schwinden wird.
Verena Becks hat
Fi
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ge Schmerzen, für die sie nicht
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wirklich eine körperliche Ursache fi nden
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können. Die fehlende Erklärung hat für die
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Betroffenen oft weitreichende Konsequen-
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zen. Wo es keine Ursache zu geben scheint,
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kommt die Einbildung ins Spiel. So wird
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die Krankheit häufi g nicht ernst genommen
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oder verharmlost. «Psychogen» heisst es
oder verharmlost. «Psychogen» heisst es
dann, also irgendwie mit der Psyche in Zu-
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sammenhang stehend.
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18
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
FOKUS
FIBROMYALGIE
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Fasten gegen den Schmerz
Solche Untersuchungen sind interessant,
aber sicher nur ein Puzzlestein, um die
komplexe Erkrankung zu erklären. Eine
körperliche Ursache lässt sich daraus noch
nicht ableiten. Denn mit modernen Metho-
den lässt sich heute jeder Werte im Körper
messen – relevant ist er deshalb noch lange
nicht. «Zudem ist mittlerweile durch
zig Studien belegt, dass Stress auch
körper liche Folgen hat», erklärt Andreas
Michalsen, Chefarzt der Naturheilkunde
am Immanuel Krankenhaus Berlin. «Viel-
leicht werden die Studienergebnisse dazu
führen, dass die Kollegen der unterschied-
lichen Fachbereiche näher zusammen-
rücken», mutmasst Michalsen. «Die Thera-
pie werden diese Erkenntnisse erst einmal
nicht ändern.»
Die Behandlung setzt sich zusammen
aus Bewegungstraining mit Wassergym-
nastik, Ausdauersport und Wärme- oder
Kältetherapie. Zusätzlich raten die Ärzte
zu einer Psychotherapie, gelegentlich zu
Schmerzmedikamenten oder solchen gegen
die depressive Stimmung. Im Immanuel
Krankenhaus – eines der wenigen Häusern
in der DACH-Region, welches schwer-
punktmässig Patienten mit Fibromyalgie
behandelt, haben die Ärzte zudem gute
Erfahrungen mit einer mehrwöchigen Fas-
tenkur gemacht.
«Schmerz ist keine Simulation, son-
dern entsteht im Gehirn», weiss auch
Christine Schwedtke, die als Fachärztin für
Physikalische und Rehabilitative Medizin
der Berliner Charité viele Fibromyalgiepa-
tienten versorgt. «Die Patienten empfi nden
ihn und wir haben die Aufgabe, den indivi-
duell besten Weg zu fi nden, um dagegen
etwas zu tun.» Sicher gebe es auch immer
wieder mal Trittbrettfahrer, also Menschen,
die über Schmerzen klagen, ohne wirklich
zu leiden, etwa um eine Frühberentung zu
erreichen. Sie seien Schwedtke zufolge
schnell entlarvt. «Wenn jemand den kom-
pletten Blumenstrauss an möglichen Be-
schwerden herunterbetet, weiss ich, dass er
meist nicht an Fibromyalgie leidet, sondern
im Internet recherchiert hat.»
Bei manchen Patienten kann gezielte Physiotherapie die Schmerzen lindern.
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Wenn der Hausarzt
das falsche Medikament
verschreibt
Das falsche Medikament oder eine falsche Dosis können verheerende Folgen haben.
Eine Studie der Uni Zürich zeigt, wie oft solche Zwischenfälle vorkommen.
STEPHAN INDERBIZIN
E
in Jahr lang sollten 148 Haus-
ärzte und 32 Kinderärzte in der
Schweiz Fehler bei der Medi-
kation ihrer Patienten melden.
Aus diesen Angaben haben
Forschende des Instituts für Hausarztme-
dizin der Uni Zürich eine Schätzung
errechnet, wie oft und welche Fehler sich
ereignen. Davon berichten sie im Fachblatt
«BMJ Open».
Demnach geschehen im Durchschnitt
pro Hausarzt zwei Fehler pro Jahr, oder 47
pro 100 000 Patienten. Bei Kinderärzten
liegt die Fehlerrate deutlich tiefer, bei 0,15
Fehlern pro Arzt und Jahr oder knapp 3 pro
100 000 Patienten. Die meisten Fälle hin-
gen mit einer falschen Dosierung zusam-
men, schrieben die Forschenden im Fachar-
tikel. Auf Platz zwei folgte die Wahl des
falschen Medikaments.
Im Vergleich zu Spitälern würden die
Hausärzte mit dieser niedrigen Fehlerrate
sehr gut dastehen, sagte Studienautor und
Hausarzt Markus Gnädinger dem Nach-
richtenportal watson. Auch wenn man die
Situa tion nicht direkt vergleichen könne,
räumte er ein.
Höhere Dunkelziffer
Die Dunkelziffer unerkannter Fehler könn-
te jedoch deutlich höher liegen: «Viele
Fehler haben keine Folgen und werden
daher weder vom Hausarzt noch vom Pati-
ent bemerkt», sagte Gnädinger gegenüber
watson. Ausserdem hatten die teilnehmen-
den Mediziner einer abschliessenden Be-
fragung zufolge rund die Hälfte der Zwi-
schenfälle nicht gemeldet. Dies geschah
meist aus Zeitmangel oder weil sie es ver-
gessen hatten, wie sie angaben. Die Studi-
enautoren korrigierten dies für ihre fi nale
Schätzung der Fehlerhäufi gkeit.
Besonders häufi g betroffen sind der Stu-
die zufolge ältere Patienten, die pfl egebe-
dürftig sind. In vielen Fällen (17 Prozent)
sahen die befragten Mediziner denn auch die
«Schuld» für den Fehler beim Heim, in dem
der Patient oder die Patientin lebt. Noch häu-
ger sahen sie sich jedoch selbst in der Ver-
antwortung (21,5 Prozent) sowie oft auch
das Praxispersonal (13 Prozent). Als Ursache
für den Fehler gaben die teilnehmenden Me-
diziner meist mehrere Gründe an, häufi g
nannten sie mangelnde Aufmerksamkeit.
MEDIZIN
MEDIKAMENTENABGABE
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
21
Gesehen & gehört
Braunalgen-Molekül macht Hoffnung auf
Braunalgen-Molekül macht Hoffnung auf
neue Therapie gegen Arthritis
Ein langkettiges Zuckermolekül aus Braunalgen könnte zu
einem neuen Wirkstoff gegen Arthritis führen: Forschende
der ETH Zürich, der Empa und des norwegischen For-
sch ungsinstituts SINTEF haben dieses sogenannte Polysac-
charid chemisch modifiziert und entdeckt, dass es in ersten
Laborversuchen gegen die Ursachen von Arthritis zu wirken
scheint.
Bei Arthritis wird die Gelenkschmiere – das Knorpelge-
webe im Gelenk – mit der Zeit abgebaut, was zu Entzündun-
gen und Schmerzen führt. Gegen diese Symptome richten
sich auch die gängigen Behandlungsmethoden mit Entzün-
dungshemmern und Schmerzmitteln.
Der neue Ansatz hingegen könnte das Problem an der
Wurzel packen und den Knorpelabbau bremsen, schrieb die
Empa. Die Grundlage dafür haben die Forschenden um Marcy
Zenobi-Wong von der ETH und Katharina Maniura von der
Empa mit norwegischen Kollegen identifiziert: das Polysac-
charid Alginat aus den Stielen von Palmentang (Laminaria
hyperborea). Dieses modifizierten die Wissenschaftler che-
misch mit Sulfatgruppen und testeten die Wirkung verschie-
dener Versionen des Stoffs in Zellkulturen.
Wie das Team im Fachblatt «Biomaterials Science» berich-
tet, reduziert das Alginatsulfat oxidativen Stress, der zu Zell-
schäden oder sogar Zelltod führen kann. Ausserdem unter-
drückte es entzündungsfördernde Gene in menschlichen
Knorpelzellen wie auch in Immunzellen. Der Wirkstoff könn-
te somit den Abbau der Gelenkknorpel verlangsamen oder
sogar stoppen, so die Hoffnung der Forschenden.
Grosse Menschen haben
höheres Thrombose-Risiko
Sag mir, wie gross du bist, und ich sage dir, wie gross dein
Risiko für bestimmte Krankheiten ist. Das funktioniert tat-
sächlich bei einer Reihe von Erkrankungen, etwa für das
Risiko eines Gefässverschlusses.
Grosse Menschen haben ein höheres Risiko für eine
Thrombose-Erkrankung. Sowohl bei Männern als auch bei
Frauen nimmt mit der Körpergrösse die Gefahr zu, dass eine
Vene durch ein wanderndes Blutgerinnsel verstopft, berich-
ten schwedische Forscher im Fachblatt «Circulation: Cardio-
vascular Genetics».
Bestätigten sich die Ergebnisse, sollte die Körpergrösse
künftig genau wie Übergewicht bei der Beurteilung des
persönlichen Risikos berücksichtigt werden, sagt Erstautor
Bengt Zöller von der Universität Lund in Malmö.
22
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
NEWS
GESEHEN & GEHÖRT
XXX XXX Juni
2017 ALTA ViSTA 35
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Burnout-Präventions-Tag
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Angriffspunkt gegen Kollaps
bei hämorrhagischem Fieber entdeckt
Das Lassafieber verläuft in vielen Fällen tödlich. Forschende
der Uni Basel haben nun an Mäusen aufgeklärt, wie es im
Endstadium des hämorrhagischen Fiebers zum gefährlichen
Kreislaufversagen kommt. Damit ebnen sie den Weg für neue
Behandlungsansätze.
Über Ausscheidungen von Nagetieren können sich Men-
schen mit dem Lassavirus infizieren, viele davon erkranken
schwer. Vor allem in westafrikanischen Staaten kostet das
Virus immer wieder Menschenleben. Eine Schutzimpfung
existiert nicht. Warum es im Endstadium dieses hämorrhagi-
schen Fiebers zu einem gefährlichen Schockzustand kommt,
war bisher nicht vollständig aufgeklärt.
Forschende um Daniel Pinschewer von der Universität
Basel haben nun bei Versuchen mit Mäusen Botenstoffe des
Immunsystems identifiziert, die den tödlichen Kreislaufkol-
laps auslösen. Damit zeigen die Wissenschaftler einen mögli-
chen Angriffspunkt, um einem solchen Kollaps vorzubeugen.
Eigentlich sollte die Körperabwehr, insbesondere die
T-Zellen, das Lassavirus bekämpfen. Wie Pinschewer und
sein Team jedoch bereits in früheren Studien herausgefun-
den hatten, tragen diese Immunzellen bei einer Lassavi-
rus-Infektion sogar zum schweren Krankheitsverlauf bei.
Wie genau, das haben die Forschenden nun bei einem nahe
verwandten Virus entschlüsselt.
Schuld am Kollaps ist demnach eine überschiessende
Entzündungsreaktion: Die T-Zellen stimulieren über den Bo-
tenstoff Interferon-gamma sogenannte Fresszellen – eben-
falls Komponenten des Immunsystems. Diese produzieren
daraufhin grosse Mengen Stickstoffmonoxid. Das gehört zwar
zum natürlichen Abwehrarsenal dieser Zellen und wirkt gut
gegen bakterielle Infektionen, nützt aber nichts gegen Viren.
Eine spezifische Therapie gegen das Lassafieber exis-
tiert bisher nicht. In den ersten sechs Tagen der Erkrankung
sind antivirale Mittel erfolgreich. Ausserdem werden fieber-
senkende Medikamente eingesetzt sowie der Flüssigkeits-
haushalt und der Kreislauf genau überwacht. Trotz Behand-
lung liegt die Sterberate bei ca. 15 Prozent, bei schwangeren
Frauen sogar bei 30 bis 50 Prozent.
Passivrauchen am Arbeitsplatz
trotz Rauchverbot
Trotz vielfacher Rauchverbote sind Nichtraucher im EU-
Raum laut einer Studie am Arbeitsplatz häufig Tabakrauch
ausgesetzt. Dies zeigte eine EU-weite Studie des Imperial
College in London.
Demnach waren im deutschsprachigen Raum 2009 noch
14,8 Prozent der Studienteilnehmer bei der Arbeit vom Pas-
sivrauchen betroffen. 2014 waren es über 20 Prozent, obwohl
das öffentliche Rauchen in diesem Zeitraum stark einge-
schränkt wurde.
Warum es zu dieser Zunahme kam, konnten die Wissen-
schaftler nicht beantworten. Sie vermuten, dass der geltende
Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz nicht ausreichend sei.
Die Umfrage bezog sich auf Arbeit in geschlossenen
Räumen. Die Wissenschaftler hatten etwa 55 000 Menschen
innerhalb der EU befragt; die Hälfte von ihnen im Jahr 2009,
die andere 2014.
Ein Sprecher des Imperial College bezeichnete es als
«beunruhigend, dass die Anzahl an Arbeitern, die in Büros,
Geschäften und Fabriken Passivrauchen ausgesetzt sind,
deutlich zunimmt». Derweil ging laut der Studie die Zahl an
Passivrauchern in Restaurants und Bars überall zurück.
NEWS
GESEHEN & GEHÖRT
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
23
Wenn Ekel in der Pflege
in Aggression umkippt
Oft wird einfach davon ausgegangen, dass man als Pflegeperson quasi «resisten
ist gegen Ekelgefühle. Werden diese aber unterdrückt, kann das fatale Folgen haben.
DAPHNE HAFNER
I
m Pfl egealltag muss sich das Personal
durch das Sehen, Riechen, Anfassen
oder Hören möglichem Ekel stellen,
wobei für jede Pfl egeperson die Defi ni-
tion von «Ekel» eine andere ist.
«Häufi g erlebte ich, wie Gesundheits-
und Krankenpfl egerinnen in bestimmten
Situationen mimische und gestische Mus-
ter der Abneigung zeigten. Sie runzelten
die Stirn, hielten sich die Hand vor den
Mund oder versuchten den Kopf zurückzu-
neigen, um zügig und routiniert ihre Arbeit
zu verrichten», schreibt Pfl egefachfrau Su-
sanne in ihrer Diplomarbeit. «Auf Nachfra-
ge, ob sie Ekel empfanden, gab es meist die
Aussage, dass man keinen Ekel mehr fühle,
da man täglich mit diesen Situationen kon-
frontiert werde», erklärt die junge Frau
weiter. Eine komplette Ignoranz des eige-
nen Ekelempfi ndens ist jedoch nicht mög-
lich, auch wenn der ein oder andere Pfl e-
gende davon überzeugt ist. Körper und
Geist haben lediglich im Laufe der Berufs-
jahre eigene Abwehrmechanismen entwi-
ckelt, um diesen temporären Zustand zu
überbrücken.
Der natürliche Ekel eines jeden Menschen
ist genetisch angelegt und bereits in der
Kindheit ausgeprägt, um den Körper vor
Unbekanntem zu schützen. Die Abgewöh-
nung wäre nicht ratsam, da somit die ei-
gentliche Schutzfunktion nicht mehr gege-
ben wäre. Der falsche Umgang mit
Ekelgefühlen kann dazu führen, dass auf
Dauer das primäre Ziel der Schutzfunktion
nicht erfüllt wird, da der Umgang für den
Betroffenen mit einer hohen Stresssituation
verbunden ist, die eine psychische Belas-
tung darstellen kann. Ebenso kann das tiefe
Bedürfnis, diese Ekelgefühle zu unterdrü-
cken oder abzuwehren zur Verzweifl ung
und Hilfl osigkeit führen. Diese Aussage
stammt von der renommierten Buchautorin
Hiltrud Krey. Ergänzend schreibt sie in ih-
rem Buch «Ekel ist okay»: «Jeder Mensch
reagiert anders auf Ekel und sollte für sich
Möglichkeiten fi nden, den richtigen Um-
gang mit Ekel zu vollziehen. Es können
ungewollte Schamgefühle, Abneigung oder
Wut gegenüber dem Ekelerregenden oder
Verursachendem entstehen.»
Tabuthema Ekel
Da in den meisten Pfl egeberufen das The-
ma Ekel bis heute noch ein Tabuthema ist,
versuchen immer mehr Pfl egende, sich an
das Ekelhafte und Ekelerregende zu ge-
wöhnen. Ein Gespräch mit aussenstehen-
den Personen, die nicht der gleichen Be-
rufsgruppe angehören, ist scheinbar
unmöglich, da der Gedanke des Nichtver-
stehens überwiegt. Viele Pfl egende, die be-
reits über Jahre in diesem Beruf arbeiten,
sind regelrecht in ihren Tätigkeiten abge-
härtet, was in der Beziehung zu einer Über-
schreitung der Distanzierung zum Patien-
24
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
THEMA
EKEL UND AGGRESSION
XXX XXX Juni
2017 ALTA ViSTA 35
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Achtung Ansteckungs-
gefahr:hnen ist
praktisch unwiderstehlich
Gähnen ist ansteckend. Wie sehr, hängt auch von einer bestimmten Gehirnregion ab.
Dagegen wehren kann man sich aber kaum.
NADJA WOLF
D
as ansteckende Gähnen eines
Mitmenschen ist so gut wie
unwiderstehlich. Das schreiben
britische Forscher in der Fach-
zeitschrift «Current Biology».
Sie hatten 36 Probanden vor einen Bild-
schirm gesetzt und ihnen Videos gähnender
Menschen gezeigt. Einer Gruppe wurde
das Mit-Gähnen erlaubt, der anderen nicht.
Ergebnis: Die Probanden, die ihrem Drang
nicht nachgehen sollten, gähnten fast ge-
nauso oft – wenn auch eher in einer unter-
drückten Form. Ihr gefühltes Bedürfnis
mitzugähnen war sogar höher als bei Pro-
banden, die ihrem Gähnen freien Lauf las-
sen sollten.
Neben dem ansteckenden Gähnen wird
das Mundaufreissen meist mit Müdigkeit
assoziiert. Der Zweck dahinter ist aber
nicht ganz klar.
Die Forscher um Beverley Brown von der
Universität Nottingham nahmen auch das
G
ehirn der Probanden unter die Lupe.
Dabei stellten sie mit Hilfe von sogenann-
ter Transkranieller Magnetstimulation
(TMS) fest, dass die Ansteckungsgefahr
auch von der Erregbarkeit eines Teils der
Grosshirnrinde abhängt. Der sogenannte
Motorkortex steuert absic
htliche Bewe-
gungen.
28
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
FORSCHUNG
GÄHNEN FÜR DIE WISSENSCHAFT
Gähnen für die Forschung
Die Forscher hoffen, dass die Studiener-
gebnisse auch zu der Erforschung anderer
Krankheiten beitragen. Ansteckendes Gäh-
nen ist ein sogenanntes Echophänomen.
Bei bestimmten Krankheiten wie Epilepsie,
Demenz, Autismus oder dem Tourette -
Syndrom spielten ebenfalls Echophänome
eine Rolle. Auch bei diesen Krankheiten
wurde ein Zusammenhang mit der Erreg-
barkeit der Grosshirnrinde hergestellt.
«Wenn wir verstehen können, wie Ver-
änderungen der Erregbarkeit der Grosshirn-
rinde neuronale Störungen verursachen,
können wir diese möglicherweise rück-
gängig machen. Wir suchen nach medi-
kamentenfreien Methoden, die auf den Ein-
zelfall abgestimmt sind. Mit der TMS
könnten wir Ungleichgewichte bei den Ge-
hirnfunktionen regulieren», sagte Studien-
leiter Stephen Jackson.
Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie am Univer-
sitätsklinikum Leipzig, beschäftigt sich in
Deutschland mit dem Gähnen. Auch er
vermutet einen Zusammenhang zwischen
dem Gähnen und bestimmten Krankheiten:
«Wir beobachten zum Beispiel, dass Men-
schen mit Depressionen nicht oder weniger
gähnen als Gesunde und nach Einnahme
von Antidepressiva vermehrt gähnen», sagt
Hegerl, der nicht an der britischen Studie
beteiligt war.
Dies könnte dadurch bedingt sein, dass
depressive Menschen unter einer hohen in-
neren Anspannung leiden, während Gäh-
nen ja eher in Zusammenhang mit Schläf-
rigkeit auftritt. Insgesamt, so der Mediziner,
sei es noch nicht geklärt, warum und wozu
Menschen gähnen. Der Einfl uss weiterer
Hirnregionen auf das Gähnen müsse noch
untersucht werden. «Das Gehirn von Men-
schen arbeitet unterschiedlich, je nachdem,
ob man aktiv-angespannt, ruhig und ent-
spannt oder dösig ist.»
In diesen verschiedenen Zuständen
dürfte auch Gähnen unterschiedlich an-
steckend wirken. Dass der Gähndruck laut
der Studie grösser wird, sobald er unter-
drückt werden soll, hält der Mediziner für
eine recht allgemeine Feststellung: «Wenn
man Widerstand leistet und versucht, einen
Drang zu unterdrücken, dann wird dieser
erst richtig spürbar
Es ist bekannt, dass auch manche Tiere,
wie Schimpansen oder Hunde, mitgäh-
nen. Forschungen ergaben zudem, dass
bestimmte Spiegelneuronen im Gehirn,
welche auf die Stimmung anderer Men-
schen reagieren, Einfl uss auf das Mit-
gähnen nehmen. Daher wird auch eine
Verbindung zwischen der Empathiefähig-
keit einer Person und dem ansteckenden
Gähnen vermutet. Der Motorcortex, der
nun mit dem Gähnen in Verbindung ge-
bracht wurde, ist eine relativ junge Ent-
wicklung des Gehirns und kommt nur bei
Säugetieren
vor.
Es ist bekannt, dass auch
manche Tiere mitgähnen.
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XXX XXX Juni
2017 ALTA ViSTA 35
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Info
Ibuprofen erhöht den Blutdruck
bei Arthrose-Patienten
Das Schmerzmittel Ibuprofen sei eindeutig nicht so sicher
wie früher gedacht, sagt Frank Ruschitzka vom Universitäts-
spital Zürich gemäss einer Mitteilung. Damit zieht er Bilanz
nach einer Studie, deren Ergebnisse das Forscherteam unter
seiner Leitung am Kongress der Europäischen Gesellschaft
für Kardiologie in Barcelona vorstellte.
Die Studie umfasste 444 Patienten in den USA, von denen
408 an Arthrose und 36 an rheumatoider Arthritis litten. Alle
Studienteilnehmer hatten zudem eine Erkrankung der Herz-
kranzgefässe oder ein erhöhtes Risiko dafür. Während vier
Monaten erhielt ein Drittel der Patienten Ibuprofen sowie je
ein Drittel die Schmerzmittel Celecoxib oder Naproxen.
Beim Vergleich des Blutdrucks vor und nach den vier
Monaten stellte sich heraus, dass er bei Ibuprofen-Be hand-
lung um 3,7 mmHg stieg, bei Naproxen um 1,6mmHg. Ce le-
coxib hingegen senkte den Blutdruck im Durchschnitt um
0,3mmHg.
Gerade für ältere Patienten, die häufig unter Arthrose
und hohem Blutdruck litten, seien die Ergebnisse von gros-
ser klinischer Bedeutung, sagt Ruschitzka. «Eine Senkung
des Blutdrucks um nur 2 mmHg verringert das Infarktrisiko
um zehn Prozent und das Mortalitätsrisiko bei koronarer
Herzkrankheit um sieben Prozent.»
Ibuprofen, Naproxen und Celecoxib sind sogenannte
nichtsteroidale Entzündungshemmer und gehören weltweit
zu den am meisten verschriebenen Medikamenten. Ibupro-
fen und Naproxen sind auch ohne Rezept erhältlich und ihr
Einsatz ist weit verbreitet.
Forscher entdecken neuen Trick
des Immunsystems
Schweizer Forschende haben mit Kollegen einen bisher un-
bekannten Trick des Immunsystems entdeckt, Antikörper
gegen Malaria-Erreger zu produzieren. Diese offenbar zuvor
unerkannte Fähigkeit des Immunsystems könnte auch Inspi-
ration für neue Medikamente sein.
Ein wichtiger Grundpfeiler des Immunsystems sind Anti-
körper, die Krankheitserreger und andere Fremdkörper er-
kennen und für den Angriff durch Immunzellen markieren.
Forschende um Antonio Lanzavecchia von der Università del-
la Svizzera Italiana (USI) sind mit Kollegen aus der Schweiz
und Afrika auf spezielle Antikörper gestossen, die auf eine
unbekannte Reaktion des Immunsystems hindeuten.
Bisher ging man davon aus, dass die grosse Vielfalt an
Antikörpern entsteht, indem im ersten Schritt drei Typen von
Basis-Elementen zufällig zusammengepuzzlet werden. Im
Zuge der Reifung der Antikörper findet dann eine Auswahl
für diejenigen statt, die sich am besten an den jeweiligen
Krankheitserreger binden.
Die drei Basis-Elemente (V-, D- und J-Gensegmente ge-
nannt) liegen im menschlichen Genom in unmittelbarer Nähe
zueinander. Bei Einwohnern von Malaria-Gebieten entdeck-
ten die Forschenden jedoch spezielle Antikörper, die ein völ-
lig anderes Fragment aus einer anderen Ecke des Erbguts
enthalten. Dieses Zusatzelement namens LAIR1 erlaubt ih-
nen, effizient an Blutzellen zu binden, die von Malaria-Erre-
gern befallen sind.
Die Entdeckung hat jedoch eine viel grössere Tragweite:
Sie deutet darauf hin, dass das Immunsystem generell auch
weitere Gen-Fragmente von völlig anderen Stellen des Erb-
guts in die Antikörper einbauen könnte. Dadurch entsteht
eine noch grössere Vielfalt an Antikörpern, aus denen wiede-
rum die effektivsten Kandidaten ausgewählt werden.
30
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
INFO
NATIONAL & INTERNATIONAL
Grosse Hoffnungen auf ein
neues Medikament gegen
Multiple Sklerose (MS)
Der Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA will mit der
Zulassung eines neuen Medikaments in Europa Auftrieb bei
den hart umkämpften Behandlungen von Multipler Sklerose
gewinnen.
«Mit Mavenclad sind wir in einem schnell wachsenden
MS-Markt gut positioniert», sagte Belén Garijo, Chefin der
Pharmasparte von Merck, der Deutschen Presse-Agentur.
Das Unternehmen stehe im Kontakt mit Aufsichtsbehörden,
um das Medikament auch ausserhalb von Europa 2018
schnell zu vermarkten. «Wir haben die Schweiz, Australien,
die USA und Kanada im Blick.»
Der Konzern teilte mit, dass die EU-Kommission seine
MS-Tablette Mavenclad mit dem Wirkstoff Cladribin für den
Vertrieb in der EU sowie Liechtenstein, Norwegen und Island
zugelassen hat. Erste Markteinführungen würden bereits in
diesem Monat erwartet.
Mavenclad richtet sich gegen starke schubförmige Mul-
tiple Sklerose und soll deren Fortschreiten bremsen. Die Ta-
blette ist laut Merck die erste, die MS per Einnahme durch
den Mund in kurzer Zeit bekämpft, ohne dass Patienten sie
kontinuierlich einnehmen müssen. «Dieses Therapiegebiet
wird immer wichtiger und ergänzt unser Portfolio bei MS.»
Merck hatte zuvor über Jahre hinweg keine neuen Medi-
kamente herausgebracht.
Schlafprobleme:
Wie die Mutter, so das Kind
Wenn Mütter schlecht ein- oder durchschlafen, haben häufig
auch ihre Kinder Mühe mit dem Schlaf. Das berichten For-
schende der Uni Basel. Ein Forscherteam um Natalie Ur-
fer-Maurer von der Uni hat untersucht, wie Ein- und Durch-
schlafprobleme der Eltern mit der Schlafqualität der Kinder
zusammenhängen. Sie analysierten den Schlaf von knapp
200 Kindern im Primarschulalter per Hirnstrommessung
(EEG) und befragten ihre Eltern zur eigenen Schlafqualität
und der ihres Nachwuchses, wie die Hochschule in einer
Pressemitteilung schrieb.
Dabei ergab sich, dass die Sprösslinge von Müttern, die
von Schlafproblemen berichteten, ebenfalls später einschlie-
fen, weniger lang schliefen und sich gemäss EEG-Messun-
gen weniger lang im Tiefschlaf befanden, wie die Wissen-
schaftler im Fachblatt «Sleep Medicine» berichten. Zwischen
der Schlafqualität von Vätern und jener ihrer Kinder fanden
sie jedoch keinen Zusammenhang.
Als möglichen Grund dafür nennen Urfer-Maurer und
Kollegen, dass Mütter in der Schweiz durchschnittlich nach
wie vor mehr Zeit mit den Kindern verbringen als die Väter.
Das Schlafverhalten könnte sich dadurch zwischen Müttern
und Kindern stärker angleichen.
Generell könnte es für den beobachteten Zusammen-
hang zwischen dem Schlaf der Eltern und der Kinder ver-
schiedene Erklärungen geben: Der Nachwuchs könnte sich
das Schlafverhalten von den Eltern abschauen, oder abend-
licher Streit in der Familie könnte das Einschlafen er-
schweren. Möglich sei aber auch, dass Eltern mit eigenen
Schlafproblemen den eigenen Schlaf und den ihrer Kinder
aufmerksamer beobachten. Dieser übermässige Fokus
könnte die Schlafqualität beeinträchtigen, schrieb die Uni
Basel. Und nicht zuletzt seien auch genetische Faktoren
nicht auszuschliessen, die zu ähnlichem Schlafverhalten in-
nerhalb von Familien führen könnten.
Die Erklärung wurde unter anderem unterzeichnet von
der American Society of Human Genetics, der Canadian
Association of Genetic Counsellors und der International
Genetic Epidemiology Society. Auch länderübergreifende
asiatische Verbände sowie solche aus Grossbritannien und
Südafrika schlossen sich an. Die Organisationen gehen zwar
nicht direkt auf die kürzlich veröffentlichte Studie ein, in der
Forscher einen Gendefekt in befruchteten Eizellen repariert
hatten, sie verweisen aber explizit auf die Möglichkeiten und
Gefahren, die durch die genutzte Genschere CRISPR / Cas9
entstanden sind.
INFO
NATIONAL & INTERNATIONAL
OKTOBER 2017
ALTA VISTA
31
Bündner Innovation:
Hanfpulver lässt
Muskeln wachsen
Ein neues Proteinpulver aus den Samen der Hanfpflanze soll bei Sportlerinnen und
Sportlern die Muskeln wachsen lassen. Die Erfinder hegen grosse Pläne damit.
JARA UHRICEK
H
anf-Proteinpulver an sich ist
nichts Neues und wird von
Bio-Läden im Sortiment ge-
führt. Die Innovation des Bünd-
ner Produktes ist der hohe Pro-
teingehalt von über 60 Prozent. Besonders
ist nach Angaben der Hersteller zudem die
Qualität dieser Proteine und deren über-
durchschnittliche Bioverfügbarkeit für den
menschlichen Körper.
Das Hanf-Pulver ist eine Eigenentwick-
lung der jungen Firma Alpenpionier aus
Graubünden. Erste Forschungsmittel kamen
vom Nationalen Forschungsnetzwerk Swiss
Food Research, eine Zusammenarbeit be-
steht mit der Zürcher Hochschule für Ange-
wandte Wissenschaften.
Der benötigte Lebensmittelhanf wird
bereits angebaut, für die Produktionsanla-
gen fehlt aber noch Geld. Mit einem erfolg-
reich angelaufenen Crowdfunding will Al-
penpionier die benötigten 120 000 Franken
zusammenbringen.
Snowboard-Profi als
Markenbotschafter
Hinter dem Unternehmen stehen zwei jun-
ge Lebensmittelingenieure und ein Garten-
bauunternehmer. Als Markenbotschafter
und Berater mit an Bord sind der internati-
onal erfolgreiche Snowboardprofi Nicolas
Müller und die aufstrebende Ausnahmekö-
chin Rebecca Clopath.
Mit dem «Alpenprotein» genannten
Pulver sollen Sportlerinnen und Sportler
angesprochen werden, die eine vegane und
32
ALTA VISTA
OKTOBER 2017
ERNÄHRUNG
MUSKELAUFBAU
XXX XXX Juni
2017 ALTA ViSTA 35
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15. Sept. 17
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IceSneaker & Teddy Sneaker
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